Dernbacher Beach Days sind trotz Nässe Kult

Bei der 23. Auflage der Dernbacher Beach Days trotzten die Top-Beachvolleyballer den schlechten Witterungsbedingungen, begeisterten mit spannenden Spielen das Publikum und sammelten Punkte für die deutsche und hessisch-rheinland-pfälzische Rangliste. Bei den Frauen gewannen die auf Platz ein gesetzten Sabrina Karnbaum und Natascha Niemczyk aus Sonthofen. Die auf Platz fünf gesetzten Dirk Westphal und Lucas Mäurer holten den Turniersieg der Männer nach Berlin.

„Die Teams waren um acht Uhr auf den Spielfeldern, aber bevor das erste Spiel angepfiffen werden konnte, mussten wir eine ‚Safety-Car‘-Pause einlegen“, berichtete Organisator Erwin Hausen. Nach Blitz und Donner wurde mit 30minütiger Verspätung auf den Plätzen der Beachanlage unter den Augen des Nachwuchs-Bundestrainers Jörg Ahmann, der das Niveau der Teilnehmer für „gut“ befand, der Westerwälder Sand umgegraben. Es regnete gelegentlich, und Trainerkollege Fabian Tobias warf ein Auge auf die jungen Kaderspielerinnen Emily Günter und Nele Schmitt, die am Ende Platz sieben erreichten.

Aljoscha Grabowski und Jonas Schröder waren bei den Männern auf Platz eins gesetzt. Grabowski sicherte im Aufeinandertreffen mit den späteren Turniergewinnern Mäurer/Westphal in einem packenden dritten Entscheidungssatz durch einen hervorragenden Block das 15:13. Nach dem entscheidenden Ball im Viertelfinale erklärte er: „Wir spielen das erste Mal zusammen. Es ist nass, kalt, aber trotzdem macht es hier wieder richtig Spaß.“ Sein Spielpartner Jonas Schröder belegt aktuell Platz zwei der deutschen Rangliste, ist Snowvolleyball-Vizeeuropameister und zeigte sich ebenfalls vom Dernbacher Volleyballzirkus begeistert: „Einfach toll hier.“

 Finale der Herren: Aljoscha Grabowski im unteren Zuspiel für Partner Jonas Schröder, am Netz lauert Blockspieler Dirk Westphal

Sabrina Karnbaum und Natascha Niemczyk bestätigten Platz eins der Setzliste. In insgesamt vier Begegnungen gaben sie lediglich einen Satz ab. Eine kurze Anreise hatten die Zwillinge Lena und Sarah Overländer. Die Spielerinnen des Hallen-Zweitligisten VC Neuwied machten eine gute Figur und gewannen ihr Auftaktspiel gegen Preußer/Torliene mit 2:0. Im zweiten Spiel gegen die Topfavoritinnen Gernet/Kiesling unterlagen sie nur knapp mit 13:15 und 12:15. „Unser Spiel durch die Mitte hat aber gut geklappt, wir konnten schnelle Bälle einstreuen, und mit einigen Fehlern weniger hätte es für uns noch besser ausgeschaut“, fassten die sympathischen Zwillinge ihr Abschneiden zusammen. Sie belegten Platz fünf nach der letzten Begegnung gegen Bieneck/Cesar, das sie ebenfalls knapp in drei Sätzen verloren. „Wir spielen am Samstag noch ein Turnier in Marl und dann geht's ins Trainingslager nach Tunesien“, erklärten sie ihre näheren Ziele und zeigten sich zufrieden mit dem Abstecher in den Westerwald.

Turniersiegerin Natascha Niemczyk im Angriff

Der Regen ließ nach, es blickte gelegentlich die Sonne hervor, als die auf Platz zwei gesetzten Frauen Melanie Gernert und Elena Kiesling auf die U 21-Nationalspielerinnen Julika Hoffmann und Sarah Schulz trafen. Kiesling verwandelte den ersten Matchball und zog somit ins Finale ein. Ihre Mitspielerin und deutsche Vizemeisterin Gernert scherzte: „Ich komme extra aus Berlin, und die Ela hat mich mitgeschleppt.“ Die unterlegenen Spielerinnen zeigten sich dennoch zufrieden und meinten: „Die Spielfelder sind sehr schön, das Essen ist der Hammer, und auch sonst ist das hier einmalig familiär.“

Im Frauenfinale setzten sich Karnbaum/Niemczyk mit 21:16 und 21:14 durch. „Unabhängig vom Wetter habe ich noch kein tolleres Essen beim Beachvolleyball erlebt als hier. Die Anlage ist toll und eine richtige Oase“, schwärmte Karnbaum. Die Beiden spielen erst vier Jahre zusammen, holten sich den letzten Kuchen ab und genossen ihren Erfolg. „Es hat alles funktioniert, ich hatte so viele Asse wie noch nie“, freute sich Natascha. „Der Turniersieg ist eine Überraschung, wir sind nicht hierher gefahren, um zu gewinnen, sondern um unsere Elemente zu trainieren. Die Wettkampfsituation war uns wichtig“, bemerkte Sabrina, die am 30. Mai 2019 bei den Beach Days 2019 gerne wieder dabei sein will.

Alexander Krippes vom Beach Club Dernbach/Montabaur ging als Lokalmatador mit Manuel Lohmann ins Turnier. Sie belegten am Ende den fünften Platz. Den ersten Punkt im Endspiel, das um 20 Uhr begann, erzielte Aljoscha Grabowski. Es war ein ausgeglichenes Finale, in dem das Siegerduo Mäurer/Westphal gegen Ende der Sätze frischer wirkte. Satz eins ging mit 21:16 an Mäurer/Westphal. Der zweite Satz war hart umkämpft, das Publikum feuerte die Spieler an. Mit einem Ass zum 21:19 beendete Dirk Westphal das Finale und sagte: „Im vergangenen Jahr hatte ich hier im Finale lange geführt und noch unglücklich verloren. Diesmal haben wir gut reingefunden, und die Kondition hat wohl das Match entschieden.“ Sein Partner Lucas Mäurer war das zweite Mal in Dernbach dabei, er hatte im Vorjahr Platz vier belegt. „Wir kommen langsam dahin, wo wir hinwollen. Wir haben noch Potenzial beim Aufschlag und müssen Breakchancen noch besser nutzen“, fasste er den Spieltag zusammen.

  

 Beachvolleyball ist auch bei Regen attraktiv und hat so manchen Zuschauer nicht vom Besuch abgehalten. Hier rettet Sarah Overländer, hinten ihre Zwillingsschwester Lene Overländer

 


‚Katze‘ Alexander Krippes kratzt den Ball aus dem Sand

Bilder: Michael Hausen

U12 Jugendteam des Beach Clubs souveräner Rheinlandmeister

Remagen. Die U 12 männlich des Beach Club Dernbach/Montabaur ist souveräner Rheinlandmeister geworden und hat sich für die Rheinland-Pfalz-Meisterschaft qualifiziert. Mit 14 Siegen aus 15 Spielen, 41 von 45 möglichen Punkten und einem überragenden Satzverhältnis von 28:3 dominierte die mit Mädchen und Jungen besetzte Mannschaft die diesjährige Meisterschaft. Die von der Sparkasse Westerwald-Sieg geförderte Jugendarbeit holt damit den fünften Rheinlandtitel binnen vier Jahren.

Mit einer blütenweisen Weste aus den ersten beiden Runden mit 10 Siegen ohne Satzverlust und dadurch 10 Punkten Vorsprung auf den Tabellenzweiten startete die Jugendmannschaft am 21.04. in Remagen in den dritten und letzten Wettkampftag. „Es ist bemerkenswert wie sich die Kids innerhalb so kurzer Zeit gesteigert haben. Die beiden ‚alten Hasen‘ Matthias Dennebaum und Pablo Ferdinand haben sich zudem nahtlos ins Team integriert“, lobt das Trainergespann Klaus und Lars Dennebaum. Am letzten Spieltag hatte das Team jedoch nicht seinen besten Tag erwischt. In der Partie gegen Bad Salzig spielte Dernbach eher mit dem Gegner als gegen ihn. Hinzu kam eine Vielzahl von Aufschlagfehlern. Logische Konsequenz war der Rückstand von 10:14 und 16:22 Punkten im ersten Satz. Doch die Mannschaft zeigte Stärke und kämpfte sich Punkt für Punkt heran und gewann diesen Satz mit 25:23 Punkten. Den Beginn des 2. Satz verschlief das Team, lag schnell mit 2:7 Punkten hinten und verlor mit 22:25. Der 3. Satz musste es jetzt richten, hier setzte sich der BC schnell mit 7:2 ab und gewann mit 15:11 Punkten und dadurch das Spiel verdient mit 2:1 Sätzen. Hätte das Spiel gegen Remagen I eigentlich eine reine Formsache sein sollen, zeigte der Gegner an diesem Tag seine beste Leistung und machte es Dernbach mit seiner direkten Spielweise schwer ins Spiel zu kommen. Hinzu kam eine Verletzung von Stammspieler Pablo Ferdinand, der nicht weiterspielen konnte. Obwohl die Mannschaft und vor allem Matthias Dennebaum alles gab, um die drohende Niederlage abzuwenden, fuhr die junge Mannschaft mit 23:25 und 21:25 Punkten die erste und letztlich einzige Niederlage ein. Mit 41 Punkten und damit acht Zähler Vorsprung vor dem Zweitplatzierten Bad Salzig holte sich Dernbach U 12 aber souverän die Rheinland-Meisterschaft und qualifizierte sich für die Rheinland-Pfalz Meisterschaft, die am 06.05. in Rheinhessen stattfindet. Auf Platz 3 folgt TV Remagen I, dann Kesselheim I und II vor Remagen II.

 

Für die U 12 spielten: Leonie Bruchof, Matthias Dennebaum, Pablo Ferdinand, Jonas Kümholz, Elly Orthey, Annabelle Prassel und Leah Schreiner.

 

Pablo Ferdinand im Angriff nach schönem Zuspiel von Elly Orthey (4). Links Matthias Dennebaum

 

Rheinlandmeister der U12 männlich: Hinten auf der Bank v.l.n.r.: Matthias Dennebaum, Pablo Ferdinand, Elly Orthey. Vorne v.l.n.r.: Co-Trainer Lars Dennebaum, Jonas Kümholz, Leah Schreiner, Leonie Bruchof und Trainer Klaus Dennebaum.